Autorin

Radka Denemarková (foto Libor Fojtík)
Foto: Libor Fojtík

Radka Denemarková, geboren 1968, ist eine tschechische Autorin, Dramatikerin, Drehbuchautorin, Essayistin, Übersetzerin deutscher Literatur, und lehrt Creative Writing. Als einzige tschechische Autorin ist sie vierfache Preisträgerin des Magnesia Litera Preises (in den Kategorien Prosa, Sachbuch, Übersetzung und bestes Buch des Jahres 2019.)

Sie studierte Germanistik und Bohemistik an der Karls Universität und promovierte 1997. Sie forschte am Institut für Tschechische Literatur der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik und war als dramaturgische Beraterin am Divadlo Na Zábradlí Theater in Prag tätig. Freischaffend seit 2004.

Denemarková ist die Autorin von Sám sobě nepřítelem / Sich Selbst zum Feind (1998; eine Monografie über den Theater- und Filmregisseur Evald Schorm), Ohlédnutí za Milenou Honzíkovou / Einnerung an Milena Honzíková (2003) sowie Herausgeberin der Anthologie Zlatá šedesátá / Die Goldenen Sechziger (2000). Ihr Romandebut A já pořád kdo to tluče / Dreht euch nicht um erschien 2005, ein Jahr später gefolgt von Peníze od Hitlera / Ein herrlicher Flecken Erde (Gewinner des prestigereichen Magnesia Litera Preises für das beste Prosawerk des Jahres). Die polnische Ausgabe wurde für den Angelus Preis (2009) nominiert, während die deutsche Ausgabe Ein herrlicher Flecken Erde (DVA 2011) den Usedom Literaturpreis (2011) und den Georg-Dehio-Buchpreis (2012) gewann. Für den monografischen Roman Smrt, nebudeš se báti aneb Příběh Petra Lébla / Tod, du wirst dich nicht fürchten: Die Geschichte über Petr Lébl (2008) gewann sie den Magnesia Litera Preis für das beste Sachbuch des Jahres. 2010 produzierte das Na zábradlí Theater ihre schwarze Komödie Spací vady / Schlafstörungen, das 2012 in Buchform veröffentlicht wurde. Für ihre Übersetzung von Atemschaukel der Nobelpreisträgerin Herta Müller (tschechischer Titel: Rozhoupaný dech) gewann Radka Denemarková zum dritten Mal den Magnesia Litera Preis 2011 für die beste Übersetzung des Jahres. Ihr Doppelroman Kobold: Übermass and Zärtlichkeit / Überfluss an Menschen erschien 2011. Im Herbst 2014 veröffentlichte sie den Roman Příspěvek k dějinám radosti / Ein Beitrag zur Geschichte der Freude. Ihr Buch MY 2 / UNS 2 (2014) wurde verfilmt (Regie von Slobodanka Radun, Premiere November 2014). Für den Roman Hodiny z olova / Stunden aus Blei (2018) Denemarková gewann den Magnesia Litera Preis für das beste Buch des Jahres. Für ihren Roman Ein Beitrag zur Geschichte der Freude gewann sie den schweizer Spycher Literaturpreis Leuk (2019). Im Jahr 2021 wurde ihr Essay über den Holocaust in dem Buch Jako by se to všechno stalo včera / Als wäre das alles gestern geschehen. Für ihren Roman Stunden aus Blei erhielt sie 2022 den Literaturpreis des Landes Steiermark.

Radka Denemarkovás Werke wurden in 23 Sprachen übersetzt.

Sie lebt in Prag mit ihrer Tochter Ester und ihrem Sohn Jan.

Die Stadt Graz hat ihr das Stipendium als Stadtschreiberin vom September 2017 bis August 2018 gewährt.

Radka Denemarková hat sich in die Reihe derer eingereiht, die im Verdacht stehen, den Literaturnobelpreis zu erhalten.
Daniela Strigl, Ex libris, ÖRF Ö1

Preise

2022 Literaturpreis des Landes Steiermark, Österreich (Roman Stunden aus Blei)

2019 Magnesia-Litera-Preis – Buch des Jahres (Roman Stunden aus Blei)

2019 Spycher: Literaturpreis Leuk, Schweitz (Roman Ein Beitrag zur Geschichte der Freude)

2017 Stadtschreiberin von Graz 2017/2018, Österreich

2016 WALD Press AWARD – Preis für ein literarisches Werk, in dem er andere Möglichkeiten der Romanform auslotet und gleichzeitig kühn Tabuthemen zu den Schwächeren und Verletzlicheren eröffnet

2012 Georg-Dehio-Buchpreis, Deutschland, (Roman Ein Herrlicher Flecken Erde)

2012 Jahrespreis des Verlags Mladá fronta für die Übersetzung eines Buches von Herta Müller Srdce bestie (Herztier)

2011 Magnesia-Litera-Preis – die beste Übersetzung (Herta Müller: Rozhoupaný dech / Atemschaukel)

2011 Usedomer Literaturpreis (Roman Ein Herrlicher Flecken Erde)

2009 Magnesia-Litera-Preis – das beste Buch in der Kategorie Journalismus Dokumentarischer Roman Tod, du wirst dich nicht fürchten: Die Geschichte über Petr Lébl)

2007 Magnesia-Litera-Preis – die beste Prosa des Jahres (Roman Ein Herrlicher Flecken Erde)

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